Ticketanbieter für kleine Events im Vergleich: Was bei dir wirklich ankommt

Wer ein Konzert, eine Party oder ein kleines Festival organisiert, rechnet meistens mit spitzem Bleistift. Die Band will ihre Gage, die Technik kostet, die GEMA kommt dazu und irgendwo muss noch Geld für Plakate übrig sein. Da fällt ein Posten gerne unter den Tisch: die Gebühr, die der Ticketanbieter für jedes verkaufte Ticket nimmt.
Ein Euro pro Ticket klingt nach wenig. Bei 500 Gästen sind es aber 500 Euro, und das ist bei vielen kleinen Events genau der Betrag, der am Ende über Gewinn oder Verlust entscheidet. Deshalb lohnt sich ein genauer Blick, bevor du dich für einen Anbieter entscheidest.
So setzen sich Ticketgebühren zusammen
Fast alle Anbieter rechnen nach demselben Grundmuster. Die Unterschiede stecken im Detail:
- Prozentuale Gebühr: ein Anteil vom Ticketpreis. Je teurer das Ticket, desto höher die Gebühr.
- Fester Betrag pro Ticket: zum Beispiel 0,99 €, egal ob das Ticket 8 € oder 40 € kostet. Bei günstigen Tickets fällt dieser Teil besonders ins Gewicht.
- Zahlungsgebühr: Die Kartenzahlung, PayPal und Co. kosten ebenfalls Geld. Bei manchen Anbietern ist diese Gebühr schon im Preis enthalten, bei anderen zahlst du sie zusätzlich an deinen Zahlungsanbieter. Oft wird sie pro Bestellung berechnet, nicht pro Ticket.
- Wer zahlt: Du kannst die Gebühr selbst tragen oder sie dem Käufer auf den Ticketpreis aufschlagen. Das ändert nicht, wie hoch die Gebühr ist, sondern nur, wer sie bezahlt.
Wichtig beim Vergleichen: Ein Anbieter mit niedrigem Prozentsatz ist nicht automatisch günstiger, wenn dafür ein hoher fester Betrag oder eine separate Zahlungsgebühr dazukommt.
Die Anbieter im Überblick
Wir haben uns drei Anbieter angesehen, die bei kleinen Veranstaltern in Deutschland verbreitet sind und ihre Preise offen veröffentlichen. Alle Angaben stammen von den Websites der Anbieter, Stand November 2026. Die Links findest du unten bei den Quellen.
EVENTIM.Light
Das Selbstbedienungs-Angebot von CTS Eventim. Du bekommst einen eigenen Ticketshop, den du auf deiner Website einbinden kannst, und eine Funktion für die Tages- bzw. Abendkasse.
- Gebühr: 3,5 % + 0,99 € pro Ticket (bei einem Ticketpreis ab 7 €), darunter 3,5 % + 0,49 €
- Zahlungsgebühr: bereits enthalten, ebenso die Mehrwertsteuer
- Extra: Gegen eine zusätzliche Vorverkaufsgebühr von 10 % auf den Ticketpreis werden deine Tickets auch über EVENTIM vertrieben.
Eventbrite
Eine der bekanntesten Ticketplattformen weltweit. Eventbrite betreibt einen eigenen Marktplatz, auf dem Besucher nach Veranstaltungen suchen. In Deutschland gibt es zwei Pakete:
- Essentials: 5,5 % pro Ticket
- Professional: 5,5 % + 0,99 € pro Ticket
- Zahlungsgebühr: In der Gebührenübersicht für Deutschland ist nur die Servicegebühr aufgeführt.
- Gut zu wissen: Standardmäßig zahlen die Käufer die Gebühren. Du kannst aber festlegen, dass du sie selbst übernimmst. Für kostenlose Tickets fallen keine Gebühren an.
pretix
Eine Ticketsoftware aus Deutschland, die auch als Open Source zum selbst Betreiben verfügbar ist. Wir betrachten hier die gehostete Version, bei der pretix den Betrieb übernimmt.
- Gebühr: 2,5 % vom Nettopreis des Tickets, höchstens 15 € pro Ticket
- Zahlungsgebühr: kommt dazu, je nachdem welchen Zahlungsanbieter du anbindest
- Gut zu wissen: Das Geld der Käufer läuft nicht über pretix, sondern direkt über deinen eigenen Zahlungsanbieter.
Rechenbeispiel: 25-€-Ticket
Damit die Zahlen vergleichbar sind, rechnen wir mit denselben Annahmen für alle:
- Ticketpreis 25 € (inkl. 19 % Mehrwertsteuer)
- Du trägst die Gebühren selbst.
- Im Schnitt werden 2 Tickets pro Bestellung gekauft.
- Wo die Zahlungsgebühr nicht enthalten ist, rechnen wir mit einem Beispielwert von 1,5 % + 0,25 € pro Bestellung. Das ist eine typische Größenordnung für Kartenzahlungen. Prüfe die Konditionen deines Zahlungsanbieters.
| Anbieter | Gebühr pro Ticket | bei 200 Tickets | bei 500 Tickets |
|---|---|---|---|
| pretix (gehostet) | 1,03 € | 206,00 € | 515,00 € |
| Eventbrite Essentials | 1,38 € | 275,00 € | 687,50 € |
| EVENTIM.Light | 1,87 € | 373,00 € | 932,50 € |
| Eventbrite Professional | 2,37 € | 473,00 € | 1.182,50 € |
Gebühr pro Ticket auf Cent gerundet, Summen mit den genauen Werten berechnet.
Zwischen dem günstigsten und dem teuersten Modell liegen in diesem Beispiel bei 500 Tickets rund 670 €. Bei einem anderen Ticketpreis oder anderen Zahlungsarten sieht die Reihenfolge schon anders aus, zum Beispiel weil feste Beträge bei günstigen Tickets stärker ins Gewicht fallen.
Rechne mit deinen eigenen Zahlen: Im Ticket-Gebührenrechner gibst du deinen Ticketpreis, die erwartete Ticketzahl und deine Zahlungsgebühr ein und siehst sofort, was dir bei den einzelnen Anbietern übrig bleibt.
Worauf du außer dem Preis achten solltest
Die Gebühr ist wichtig, aber nicht alles. Diese Fragen solltest du dir vor der Entscheidung stellen:
- Brauchst du Reichweite? Ein Marktplatz oder ein großes Vertriebsnetz kann dir neue Besucher bringen. Wenn dein Publikum dich ohnehin über Instagram, Plakate oder Mundpropaganda findet, zahlst du dafür vielleicht unnötig.
- Wann bekommst du dein Geld? Manche Anbieter zahlen erst nach der Veranstaltung aus, bei anderen landet das Geld sofort bei dir. Für deine Kalkulation im Vorfeld kann das einen großen Unterschied machen.
- Wie läuft der Einlass? Gibt es eine App zum Scannen der Tickets, und funktioniert sie auch, wenn das Netz auf dem Gelände schwach ist?
- Abendkasse: Kannst du Tickets vor Ort über dasselbe System verkaufen, damit du nicht zwei Listen führen musst?
- Eigener Auftritt: Läuft der Verkauf unter deinem Namen und auf deiner Website, oder landen deine Gäste auf der Seite des Anbieters?
- Bedienung: Kommst du und dein Team ohne lange Einarbeitung damit klar? Bei kleinen Events macht das oft eine einzige Person nebenher.
Für wen passt was?
Einen Testsieger gibt es nicht, weil jedes Event anders ist. Als grobe Orientierung:
- pretix passt, wenn du die Gebühren möglichst niedrig halten willst, dein Publikum selbst erreichst und kein Problem damit hast, einen Zahlungsanbieter selbst anzubinden.
- EVENTIM.Light passt, wenn du ein Rundum-Paket mit eingeschlossener Zahlungsabwicklung und Abendkasse willst und dir optional die Reichweite von EVENTIM offenhalten möchtest.
- Eventbrite passt, wenn du vom Marktplatz und der Bekanntheit profitieren willst, zum Beispiel bei Workshops oder Events, die auch Menschen außerhalb deiner Szene ansprechen sollen.
Fazit
Ticketgebühren sind kein Nebenposten. Bei knapper Kalkulation entscheiden sie mit darüber, ob am Ende etwas übrig bleibt. Vergleiche deshalb nicht nur den Prozentsatz, sondern rechne mit deinem echten Ticketpreis, deiner realistischen Ticketzahl und der Zahlungsgebühr. Und denk daran: Preise ändern sich. Prüfe vor deiner Entscheidung immer die aktuelle Preisseite des Anbieters.
Quellen
- EVENTIM.Light: Preise (abgerufen im November 2026)
- Eventbrite-Hilfe: Eventbrite-Gebühren für die Ticketbuchung (abgerufen im November 2026)
- pretix: Preise (abgerufen im November 2026)
Alle Angaben ohne Gewähr. Preise können sich ändern. Bitte prüfe vor deiner Entscheidung die aktuelle Preisseite des jeweiligen Anbieters.